Grundschule Hermannstraße Internationale Begegnungsschule - Offene Ganztagsschule
 Grundschule Hermannstraße  Internationale Begegnungsschule - Offene Ganztagsschule

Die Tagespresse schafft nichts Neues, aber sie bringt es an den Tag.

 

Peter de Mendelssohn

Pressespiegel

14. März 2018 - Aachener Nachrichten

7. November 2017 - Aachener Nachrichten

 

Mi, 7. Jun. 2017
Super Mittwoch Stolberg / Seite 1

 

 

Bandbreite des zivilen Engagements 

Die Kupferstadt Stolberg verleiht zum dritten Mal den Ehrenamtspreis an Menschen, die „der Solidargemeinschaft ein Gesicht geben“ – Auszeichnung im Rittersaal der Burg 

 

Von Dirk Müller

Stolberg. Integration, Bildung, Nahversorgung, Musik, Sport, Kunst, Brauchtumspflege und mehr – auch bei der dritten Verleihung des Ehrenamtspreises der Kupferstadt spiegelten die neuen Preisträger die Bandbreite des gesellschaftlichen Engagements der Stolberger wider. Marita von der Weiden, Dieter Call, Christa und Karl-Heinz Oedekoven, Hans Charles, Hartmut Kleis und André Hennecken sind im Rittersaal der Burg von Bürgermeister Tim Grüttemeier und der städtischen Ehrenamtsbeauftragten Hildegard Nießen für ihren bürgerschaftlichen Einsatz ausgezeichnet worden. 

Bei der Feierstunde unterhielt ein bezaubernder gemischter Chor aus Kindern und Lehrerinnen der Hermannschule unter Leitung von Peter Verhees die Gäste. Vorgeschlagen worden waren die neuen Preisträger zuvor von Bürgern – das Auswahlgremium mit der Ehrenamtsbeauftragten, dem „Preis-Schmied“ Adi Radermacher, dem Bürgermeister, seinen Stellvertretern, den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen und Schwermetall-Geschäftsführer Dirk Harten entschied, wer schlussendlich bei der von der Spardabank West unterstützten Preisverleihung im Rittersaal ausgezeichnet wurde. Grüttemeier betonte, es mache ihn stolz, immer wieder viele Menschen zu treffen, die unsere Gesellschaft besser und schöner machen würden, indem sie sich zuständig fühlen.

 

Der gemischte Hermannschulchor aus Kindern und Lehrerinnen unterhielt die Gäste glänzend bei der Preisverleihung im würdigen Rahmen. Foto: Dirk Müller

„Zuständig für Hilfe und Anteilnahme, für Toleranz, Verständigung und Versöhnung, zuständig auch manchmal dafür, neue Wege zu weisen oder Talente zu fördern oder künftigen Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen“, sagte der Bürgermeister. Wie bei einem Stein, den man ins Wasser wirft, habe das Engagement der Ehrenamtler Kreise gezogen. „Dank Ihrer Entschlossenheit zu helfen, sind Bürgergruppen, sind Vereine, ist Bewusstsein gewachsen. Die Ehrenamtlichen hier im Rittersaal wie draußen in unserer Stadt schaffen gemeinsam etwas, das für den Zusammenhalt unserer freiheitlichen Gesellschaft unverzichtbar ist. Sie knüpfen ein Band des Vertrauens und geben der Solidargemeinschaft ein Gesicht.“

Seit 40 Jahren aktiv

Und dies in vielerlei Hinsicht, wie die neuen Besitzer der großen Ehrenamtsmedaille – jedes Exemplar ein von dem Kunstschmied Adi Radermacher handgefertigtes Unikat aus dem „Stolberger Gold“ Messing – unter Beweis stellen. Marita von der Weiden musiziert seit mehr als vier Jahrzehnten auf der Gitarre mit und für junge Menschen, eng angelehnt an neue geistliche Lieder. Sie gründete den Instrumentalkreis St. Hubertus in Büsbach, den sie seit über 40 Jahren leitet, begleitete zwei Jahrzehnte den Vichter Jugendchor und ist seit mehr als 18 Jahren bei dem offenen Singen für Senioren, das jeden ersten Donnerstag im Monat im ökumenischen Gemeindezentrum stattfindet.Dieter Call ist seit 1958 Judoka, gründete 1960 die Abteilung Judo bei der DJK Roland und betreibt seit 1963 die Kampfkunst Ju-Jutsu, bei der Call Trainer und Prüfer auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wurde. Er war 15 Jahre lang Verbands- National-Trainer in Belgien, leistet bis heute Verbandsarbeit in NRW, und der Bundesverdienstkreuzträger steht heute im Alter von 74 Jahren immer noch zwei bis drei Mal in der Woche als Trainer bei der DJK Roland auf der Matte. Zudem engagiert der Sportler sich bei der Interessengemeinschaft Büsbach; etwa als Literat bei der Karnevalistischen Seniorensitzung oder als Mitveranstalter des Büsbacher St.-Martinszugs.

 

Christa und Karl-Heinz Oedkoven sind untrennbar mit der Kunst- und Kulturlandschaft verbunden. In Stolberg und darüber hinaus, so dass es bezeichnend war, dass Karl-Heinz Oedekoven der Preisverleihung nicht beiwohnen konnte, da er ehrenamtlichen Verpflichtungen im Kloster Garnstock in Eupen nachkam. In der Kupferstadt haben die Oedekovens etwa lange Zeit eine Benefizkampagne zu Gunsten der Regenschule betreut und 2010 die Kunstreihe Artibus kuratiert, für die sie bis heute die Promotion übernehmen. Sie gehören zu dem Team, das die Kupferstädter Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“ ins Leben gerufen hat, initiierten die Kunstreihe „In Memoriam“, organisieren zahlreiche Konzerte und das Stolberger Klassik-Festival, engagieren sich im Helene-Weber-Haus und der Kleiderkammer des Sozialdienstes Katholischer Frauen.

Vielseitiges 
Engagement 

In Vicht ist Hans Charles ein wahrer Aktivposten. Seit mehr als 40 Jahren ist er Kassierer in der KG Vicht Närrische Lehmjörese, langjähriges Mitglied der Vichter Schützen, war im örtlichen Männergesangverein ebenso aktiv wie in der Pfarre und bei den Vichter Trommler und Pfeifern. Charles ist Gründungsmitglied und Schatzmeister der Interessengemeinschaft Schönes Vicht, hat am Lehmjöres-Wanderweg mitgewirkt, gehört seit 20 Jahren der Löschgruppe Vicht der Freiwilligen Feuerwehr an und hat mehr als 100 Mal Blut gespendet, um anderen Menschen zu helfen.

Ebenfalls in Vicht beheimatet ist Hartmut Kleis. Auch er ist neuer Ehrenamtspreisträger aus mehreren gute Gründen. Zum Einen ob seines Engagements in puncto Bildung und Integration: Kleis hat einen Aktionskreis aus vielsprachigen Personen verschiedener Herkunftsländer gegründet, der Migranten- und Flüchtlingskindern Nachhilfe anbietet. Er gehört seit elf Jahren zum Team des Stolberger Musiksommers, bietet seit 1998 ehrenamtlich Selbsthilfegruppen an und ist als Vereinsvorsitzender maßgeblich an dem Vichter Dorfladen mit Café beteiligt.

 

Brauchtum, Benefiz, Kunst und das Miteinander der Vereine in Breinig und Breinigerberg liegen André Hennecken am Herzen. 1976 gründete er die Breiniger Karnevalsgesellschaft Sündenböcke, deren Vorsitzender er seit 41 Jahren ist. Mit Aktionen wie „Kochen für den guten Zweck“, Adventsgrillen auf dem Hof von „Jasse Walter“, dem „Kölsche Köbes Klaaf“ und aktuell den bunten Fahrrädern in Breinig unterstützt Hennecken – ob in der KG, der Werbegemeinschaft Breinig oder mit seinem Freundeskreis – immer wieder wohltätige Organisationen. Er war Motor bei Breinigs Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, brachte Kunstprojekte wie „Platz gemacht“ und gemeinsam mit Win Braun „Kunst und Breinig“ ins Rollen.

Verkaufsstelle für Obst ist Thema beim Bergfest der Stolberger Grundschule

Von: Julia Trimborn 
5. Februar 2017 - Stolberger Zeitung

Musikalisch ging es zu beim „Bergfest“ zum Halbjahresende in der Stolberger Hermannschule. Foto: Julia Trimborn

STOLBERG. Endlich Halbzeit: Wie auch an anderen Schulen in der Kupferstadt haben die Schüler der Hermannschule am vergangenen Freitag die Vergabe der Zeugnisse mit einem kleinen Bergfest in der Turnhalle begangen. Nachdem sich alle in der Turnhalle versammelt hatten, führte Rektorin Renate Krickel ins Fest ein, in dem sie alle Klassen und Gäste vorstellte: Alle sollten sich kennenlernen.

Danach sangen die Schüler gemeinsam mit den Lehrern die „Hermannhymne“. Kurz darauf sangen die Schüler der Regenbogenklasse mit zwei Lehrerinnen. Danach kam die Elefantenklasse zum Zuge, ebenfalls mit einem Liedbeitrag. Anschließend wurden auch schon die Schwimmabzeichen an die Schüler der dritten und vierten Klasse verteilt. Darunter waren so manche „Seepferdchen“ und „Bronze“-Zeichen, und einige hatten sogar „Silber“ geschafft.

Bei dem Fußballturnier der Grundschulen konnte die Mädchenmannschaft den 2.Platz belegen und die Jungsmannschaft Platz 5. Dafür gab es einen Schokoladentaler. Das nächste Lied, gesungen von der Katzenklasse, war ein selbst ausgedachtes, trägt den Namen „Buchstabensong“.

Dann stellten die Schulsprecher ein neues Projekt vor. Es geht darum, ob auf dem Schulhof ein Kiosk gebaut werden soll. Dort könnten die Schüler zum Beispiel Obst für kleines Geld kaufen. Das Geld zum Bau des Kiosks käme – so lautet der Plan, vom Projekt „Schule ohne Rassismus“.

Daraufhin sang die Bienenklasse noch ein Lied und zum Abschluss trat der Kinder- und Lehrerchor auf. Nachdem Rektorin Krickel noch alle Anwesenden gebührend verabschiedet hatte, hieß es für die Kinder der Hermannschule: Auf ins nächste Halbjahr – aber zuerst einmal ab ins wohlverdiente Wochenende!

Verkaufsstelle für Obst ist Thema beim Bergfest der Stolberger Grundschule - Lesen Sie mehr auf:


http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/verkaufsstelle-fuer-obst-ist-thema-beim-bergfest-der-stolberger-grundschule-1.1549238#plx744672907

Deutsch-Intensivkurse:

Experimente fördern den Spracherwerb


Von: Michael Grobusch
23. Januar 2017 - Stolberger Zeitung

Mit Spaß beim Lernen: Gisela Dellen leitet in der Stolberger Hermannschule die beiden
Deutsch-Intensivkurse und sieht in dem „Haus der kleinen Forscher“ eine sehr gute
Ergänzung. Foto: Michael Grobusch

STÄDTEREGION.

Maike Kempen hatte es angekündigt: „In diesen Gruppen knistert es förmlich vor
Lernbegeisterung.“ Kempen ist Fachberaterin für Deutsch als Zweitsprache und leitet darüber hinaus zwei von derzeit 14 Deutsch-Intensivkursen, die es an den Grundschulen in der Städteregion gibt.

Zwei Kurse bietet auch die Hermannschule in Stolberg an, und dort knisterte es am Montagnachmittag wieder gewaltig. „Wir haben ganz überwiegend sehr positive Erfahrungen mit den Kindern gemacht, die ohne Deutschkenntnisse und als Seiteneinsteiger zu uns kommen“, berichtete Renate Krickel. „Sie sind unheimlich ambitioniert, und die Eltern schenken uns ein sehr großes Vertrauen.“


In den Intensivkursen werden überwiegend Flüchtlingskinder, aber auch Kinder von EU-Zuwanderern, die kein Deutsch sprechen, auf den uneingeschränkten Besuch einer regulären Klasse vorbereitet. Bis zu 15 Stunden pro Woche und maximal ein halbes Jahr lang geschieht das an ausgewählten Standorten. Die übrige Zeit verbringen die Kinder an ihren Stammschulen.

 

„In den Intensivkursen geht es nicht um abstraktes grammatikalisches Wissen, im Vordergrund steht vielmehr das Hörverstehen und Sprechen“, beschreibt der städteregionale Bildungsdezernent Markus Terodde das didaktische Grundprinzip. „Die Kinder sollen einen altersangemessenen Wortschatz entwickeln.“
Sozialkompetenz

 

Das Konzept hat sich bewährt, darin sind sich Kempen, Krickel und Terodde einig. Das gelte umso mehr, seit es durch das Projekt „Haus der kleinen Forscher“ ergänzt wird. Denn mit den damit verbundenen kindgerechten Experimenten werde nicht nur die naturwissenschaftliche Bildung gefördert, sondern auch die Sozial- und die Sprachkompetenz. „Durch das praktische Lernen treten die Kinder in einen gruppendynamischen Prozess ein. Da spielt Kommunikation eine große Rolle“, betont Maike Kempen.

 

Selbst sonst eher sprachscheue Kinder würden beim Experimentieren ihre Zurückhaltung ablegen, etwa wenn sich Wasser plötzlich blau färbt oder die Schrift unterschiedlich schimmert. „Das führt zu vielen tollen Momenten, auch für die Lehrkräfte“, schwärmt Kempen. Pro Grundschule und Schuljahr finden zwei Workshops statt. In diesen werden die Kinder von ihrer Intensivkurs-Lehrerin und einer Trainerin aus dem „Haus-der-kleinen-Forscher“-Netzwerk betreut.

 

Seit einem Jahr gibt es die Kombination von Deutsch-Intensivkursen und Experimentier-Workshops, und 2017 wird die zusätzliche Förderung fortgesetzt. Möglich macht das die gemeinnützige Stiftung „Bildungsengel“, die weiterhin die Finanzierung der Workshops sowie die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien und Lernsoftware übernehmen wird. „Wir sind eine Initiative für Chancengleichheit durch Bildung“, betont Prof. Dr. Detlef Müller-Böling.


„Bildung ist der Schlüssel für Wohlstand und auch für demokratische Teilhabe. Das gilt natürlich auch für Flüchtlinge“, begründet der Vorsitzende das Engagement der „Bildungsengel“. 127 Einrichtungen in der Städteregion – Kindertagesstätten und Grundschulen – haben davon im vergangenen Jahr profitiert. Erstmals wurden in dieser Zeit auch die Deutsch-Intensivkurse in das Projekt eingebunden.

 

Bürger sind gefragt

 

Dass die von der Stiftung zur Verfügung gestellten Mittel – bis dato rund 10 000 Euro in zwei Jahren – nicht von staatlichen Stellen aufgebracht worden sind, will Müller-Böling nicht kritisieren. „In Deutschland ist es üblich, immer zuerst nach dem Staat zu rufen. Doch es ist auch bürgerschaftliches Engagement nötig. Jeder von uns ist gefordert“, stellt der Vorsitzende insbesondere mit Blick auf die besonderen Herausforderungen fest, die sich durch die Aufnahme der vielen Flüchtlinge ergeben haben.


Renate Krickel kann das bestätigen – und davon berichten, wie erfolgreich das bürgerschaftliche Engagement im konkreten Fall ist. „Über das Tun und Handeln lernen die Kinder wesentlich intensiver. Wir können den Erfolg der kleinen Forscher tagtäglich bei unserer Arbeit feststellen.“

 

25.11.2016 Stolberger Zeitung

Spielerisch den Spaß an Musik entdecken

Kooperation mit Ballett-Atelier und Musikschule: Zwei Stolberger Grundschulen profitieren von einem Kulturprojekt des Landes.

Von Sarah-Lena Gombert

 
 
 
 
 

 

Stolberg. „Baby, I don‘t need Dollar bills to have fun tonight“ tönt es aus der Stereoanlage in der Turnhalle der Grundschule Hermannstraße in Stolberg. Die Zeile gehört zu dem fetzigen Song „Cheap Thrills“ der australischen Popsängerin Sia. 30 Schüler stehen, rhythmisch zu der Musik wippend, Tanzpädagogin Stefanie Gerhards vom Stolberger Ballett-Atelier gegenüber. Dann legen sie los, und präsentieren gut gelaunt ihre einstudierte Choreographie. 

Dass die Kinder zur Unterrichtszeit tanzend in der Turnhalle stehen, ist Teil des Projekts „Jekits“ ( Abkürzung für „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“), ein kulturelles Bildungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für Grundschulen. In Stolberg nehmen die Grundschulen Hermannstraße und die in Breinig seit den Sommerferien teil. Weitere Schulen in der Städteregion, die beteiligt sind, gibt es in Monschau und in Eschweiler. 

„Bei dem Projekt lernen die Kinder das Thema Tanzen am eigenen Leib kennen“, erklärt Anja Briell, Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule Hermannstraße. Zwar sei es gerade einigen Jungs anfangs etwas peinlich gewesen, sich rhythmisch zu Musik zu bewegen. „Doch mittlerweile machen die Kinder das richtig gerne“, so die Lehrerin. Apropos: Auch die Lehrkräfte schlüpfen regelmäßig in die Gymnastikschuhe und tanzen mit. „Das ist ganz schön anstrengend“, sagt Anja Briell und lacht. 

Das Ziel des Tanz- und Musikprojekts unterteilt Stefanie Josefine Katzer von der zuständigen Jekits-Stiftung in drei Teile: „Es geht um das Miteinander“, sagt sie. Alle Kinder erfahren den Umgang mit Tanz oder mit Instrumenten gemeinsam mit ihren Lehrern. Zweitens solle kein Kind von der Teilhabe am kulturellen Leben ausgeschlossen werden, darum sei es wichtig, dass die ganze Klasse mitmacht. Und drittens liege dem Land auch die Anbindung von Kultureinrichtungen an die Schulen am Herzen. 

„Für uns ist dieses Projekt auch ein Stück weit ein Experiment“, erklärt Siegfried Matheis vom Ballett-Atelier. Sein Tanzpädagogen-Team leitet die Tanzstunden an der Grundschule. „Während wir bei uns in der Ballettschule nur mit Kindern zu tun haben, die in ihrer Freizeit tanzen wollen und entsprechend motiviert sind, müssen wir hier die ganze Klasse begeistern“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das sei für die Tanzlehrerinnen eine Herausforderung. 

Instrumente in Breinig

An der Grundschule Breinig wird, anders als in der Hermannstraße, nicht getanzt. „Wir haben den Schwerpunkt auf das Instrumentalspiel gelegt“, erklärt Marie-Theres Schmitz, Leiterin der Schule. Als Kooperationspartner konnte hier die Musikschule Merz gewonnen werden. Zunächst werden die Kinder auf das gemeinsame Musizieren vorbereitet, es wird miteinander gesungen, auch mehrstimmig. So soll vermittelt werden, dass man beim Musizieren aufeinander hören muss. Ziel ist es, dass bei Feiern an der Schule die bei Jekits erarbeiteten Stücke vorgeführt werden können. 

„Aus Sicht der Stadt ist es toll, dass alle Kinder an den Schulen mitmachen können“, erklärt Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des städtischen Jugendamts. Es sei im Sinne der Stadt, dass durch Jekits die Teilhabe an Bildungs- und Kulturangeboten verbessert werde, und zwar niederschwellig: Im ersten Jahr sind die Tanz- oder Musikkurse für die Grundschüler kostenlos. Im zweiten Jahr sind die Angebote dann nicht mehr verpflichtend, können aber gegen eine geringe Gebühr fortgesetzt werden, sofern die Kinder das wünschen. „Wir wollen aber nicht, dass die Teilnahme am Geld scheitert“, betont Stefanie Josefine Katzer. So gebe es für einkommensschwache Familien auch die Möglichkeit eines Preisnachlasses. 

Fokus auf Kreativität 

„Bei Jekits kommt es nicht darauf an, dass eine Choreographie direkt perfekt läuft“, erklärt die Beraterin von Jekits. Es gehe vielmehr darum, dass die Kinder gemeinsam Kreativität entwickeln und sich selbst entdecken können. „Und da ist es auch nicht schlimm, wenn die Jungs sich s beim Tanzen ein bisschen genieren“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

 

und hier, im Prinzip bis auf die Überschrift identisch, der Artikel aus dem online-Angebot

Grundschulen kooperieren mit Ballett-Atelier und Musikschule

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung: 24. November 2016, 15:49 Uhr

Mit viel Spaß tanzen die Kinder der Stolberger Grundschule Hermannstraße zu modernen Popsongs. Angeleitet werden sie von ausgebildeten Tanzpädagogen des Stolberger Ballett- Ateliers. Die Grundschule ist eine von zweien im Stadtgebiet, die an einem landesw

STOLBERG. „Baby, I don‘t need Dollar bills to have fun tonight“ tönt es aus der Stereoanlage in der Turnhalle der Grundschule Hermannstraße in Stolberg. Die Zeile gehört zu dem fetzigen Song „Cheap Thrills“ der australischen Popsängerin Sia.

30 Schüler stehen, rhythmisch zu der Musik wippend, Tanzpädagogin Stefanie Gerhards vom Stolberger Ballett-Atelier gegenüber. Dann legen sie los, und präsentieren gut gelaunt ihre einstudierte Choreographie.

Dass die Kinder zur Unterrichtszeit tanzend in der Turnhalle stehen, ist Teil des Projekts „Jekits“ (Abkürzung für „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“), ein kulturelles Bildungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für Grundschulen. In Stolberg nehmen die Grundschulen Hermannstraße und die in Breinig seit den Sommerferien teil. Weitere Schulen in der Städteregion, die beteiligt sind, gibt es in Monschau und in Eschweiler.

„Bei dem Projekt lernen die Kinder das Thema Tanzen am eigenen Leib kennen“, erklärt Anja Briell, Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule Hermannstraße. Zwar sei es gerade einigen Jungs anfangs etwas peinlich gewesen, sich rhythmisch zu Musik zu bewegen. „Doch mittlerweile machen die Kinder das richtig gerne“, so die Lehrerin. Apropos: Auch die Lehrkräfte schlüpfen regelmäßig in die Gymnastikschuhe und tanzen mit. „Das ist ganz schön anstrengend“, sagt Anja Briell und lacht.

Das Ziel des Tanz- und Musikprojekts unterteilt Stefanie Josefine Katzer von der zuständigen Jekits-Stiftung in drei Teile: „Es geht um das Miteinander“, sagt sie. Alle Kinder erfahren den Umgang mit Tanz oder mit Instrumenten gemeinsam mit ihren Lehrern. Zweitens solle kein Kind von der Teilhabe am kulturellen Leben ausgeschlossen werden, darum sei es wichtig, dass die ganze Klasse mitmacht. Und drittens liege dem Land auch die Anbindung von Kultureinrichtungen an die Schulen am Herzen.

„Für uns ist dieses Projekt auch ein Stück weit ein Experiment“, erklärt Siegfried Matheis vom Ballett- Atelier. Sein Tanzpädagogen-Team leitet die Tanzstunden an der Grundschule. „Während wir bei uns in der Ballettschule nur mit Kindern zu tun haben, die in ihrer Freizeit tanzen wollen und entsprechend motiviert sind, müssen wir hier die ganze Klasse begeistern“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das sei für die Tanzlehrerinnen eine Herausforderung.

Instrumente in Breinig

An der Grundschule Breinig wird, anders als in der Hermannstraße, nicht getanzt. „Wir haben den Schwerpunkt auf das Instrumentalspiel gelegt“, erklärt Marie-Theres Schmitz, Leiterin der Schule. Als Kooperationspartner konnte hier die Musikschule Merz gewonnen werden. Zunächst werden die Kinder auf das gemeinsame Musizieren vorbereitet, es wird miteinander gesungen, auch mehrstimmig. So soll vermittelt werden, dass man beim Musizieren aufeinander hören muss. Ziel ist es, dass bei Feiern an der Schule die bei Jekits erarbeiteten Stücke vorgeführt werden können.

„Aus Sicht der Stadt ist es toll, dass alle Kinder an den Schulen mitmachen können“, erklärt Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des städtischen Jugendamts. Es sei im Sinne der Stadt, dass durch Jekits die Teilhabe an Bildungs- und Kulturangeboten verbessert werde, und zwar niederschwellig: Im ersten Jahr sind die Tanz- oder Musikkurse für die Grundschüler kostenlos. Im zweiten Jahr sind die Angebote dann nicht mehr verpflichtend, können aber gegen eine geringe Gebühr fortgesetzt werden, sofern die Kinder das wünschen. „Wir wollen aber nicht, dass die Teilnahme am Geld scheitert“, betont Stefanie Josefine Katzer. So gebe es für einkommensschwache Familien auch die Möglichkeit eines Preisnachlasses.

Fokus auf Kreativität

 

„Bei Jekits kommt es nicht darauf an, dass eine Choreographie direkt perfekt läuft“, erklärt die Beraterin von Jekits. Es gehe vielmehr darum, dass die Kinder gemeinsam Kreativität entwickeln und sich selbst entdecken können. „Und da ist es auch nicht schlimm, wenn die Jungs sichTelefonbeim Tanzen ein bisschen genieren“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

 

Mi, 29. Juni 2016

Stolberger Zeitung

Der kleine Tag

Der „kleine Tag“ leistet etwas Besonderes

 

Die Theater-AG der Hermannschule führt beim 27. Theater-Schüler-Festival ein

beeindruckendes Musical auf. Viel Applaus.

 

VON JULIA FAYMONVILLE

 

Stolberg. Nur einmal in ihrem Leben dürfen die Tage zur Erde reisen und jeder von ihnen möchte ein Tag werden, den man nicht vergisst. Anlässlich des 27. Theater-Schüler-Festival Stolberg hat die Theater AG der Hermannschule gemeinsam mit ihrer Betreuerin Inge Nazzari ein Musical im Kulturzentrum Frankental aufgeführt.

 

Die Kinder sangen dabei mutig vor ihren Mitschülern, Eltern und Lehrern. Sie leben im Musical als Lichtwesen in der Lichtwelt. Von der Erde sind sie nur als kleine leuchtende Sterne am Himmel zu sehen. Aber einmal in ihrem Leben dürfen die Tage aus ihrer Lichtwelt zur Erde reisen. Anschließend kehren sie in den Himmel zurück und erzählen den andern Tagen von ihren Erlebnissen auf der Erde.

 

Unvergessliches

 

War man ein Tag, an dem etwas Bedeutendes, etwas so Unvergessliches wie die Erfindung des Feuers oder die Entdeckung Amerikas passierte? Ein solcher Tag möchte der kleine 21. April (Luisia Celik) unbedingt werden und wartet sehnsüchtig auf seine Reise zur Erde.

 

Doch dazu muss man einzigartig sein. So zu sein wie ein anderer Tag funktioniert nicht. Endlich ist es soweit. Der kleine Tag reist zur Erde. Dort ist er überwältigt von all den Dingen, Menschen und all dem Trubel auf der Erde. Er entdeckt das Meer und die Berge. Er hilft ein paar Jungen dabei, ihre eigene Rock-Band zu gründen, er sorgt für wunderschönen Sonnenschein und ist bei einer Liebeserklärung dabei. Am Abend, als es dann Zeit ist, in die Lichtwelt zurückzukehren, ist der kleine Tag fast traurig, die Erde zu verlassen. Doch der kleine Tag weiß „Abschied heißt, dass etwas Neues kommt, denn anderswo gibt es ein Hallo“.

 

Und das singt Luisia Celik auf der Bühne und beeindruckt mit ihren Solo-Partien das Publikum. Wieder zu Hause, erzählt der kleine Tag den anderen Tagen aufgeregt, was er alles auf der Erde gesehen und erlebt hat. Er erzählt von den Menschen an den Bushaltestellen, Kindern die Keyboard gespielt haben und einer Familie, die in ein neues Haus gezogen ist.

 

Die anderen Tage finden die Geschichten des kleinen Tages ziemlich langweilig. „Schon morgen wird man dich vergessen haben“, sagen sie dem kleinen Tag. Dieser läuft traurig davon. Es vergeht ein ganzes Jahr. Der kleine Tag ist untröstlich traurig. Doch dann, am 21. April des nächsten Jahres, wendet sich alles zum Guten.

Der 21. April erzählt dem kleinen Tag und den anderen Tagen, dass der 21. April von nun an für immer ein Feiertag sein soll. Den Menschen ist aufgefallen, dass es am 21. April letzten Jahres keine Verbrechen und keine bösen Taten gegeben hat. Diese Besonderheit wurde ihnen erst später bewusst. An diesem Tag soll deshalb jedes Jahr aufs Neue groß gefeiert werden. Der kleine Tag freut sich. Er ist doch ein ganz besonderer und unvergesslicher Tag.

 

Für die gelungene Aufführung gab es vom Publikum großen Applaus und Zugaberufe. Betreuerin Inge Nazzari, die das Theaterstück geleitet hatte, bedankte sich anschließend bei der „wundervollen Theatertruppe“.

 

Insgesamt traten 16 Zweit- bis Viertklässler auf. Die Darstellerin des kleinen Tages, Luisia Celik, war die Jüngste unter ihnen und zum ersten Mal auf der Bühne. Die Zweitklässlerin sang mutig mehrere Solostücke auf der Bühne und beeindruckte das Publikum.

 

Auch die Schulleiterin, Renate Krickel, lobte Luisa und ihre Mitschüler. „Es war wahnsinnig toll. Ihr wart super mutig vor so vielen Leuten zu singen. Ich habe hohen Respekt vor Euch.“ Außerdem bedankte sie sich bei der Betreuerin, Inge Nazzari, und Lehrerin Suse Verbocket, die neun Monate gemeinsam mit den Schülern einmal die Woche geprobt hatten.

 

Viele Ehemalige

 

Die Rektorin betonte auch, sie fände es toll, dass so viele ehemalige Schüler der Hermannschule gekommen waren, um die Theater AG zu unterstützen. Dass die Schüler, Eltern und Lehrer eine Gemeinschaft sind, die zusammenhält, zeigte sich auch, als im Stück die Hermannschulen-Hymne gesungen wurde. „Du bist anders, na und? Das macht das Leben bunt“ sangen die Kinder und das Publikum gemeinsam und klatschten dazu.

 

Abschließend gab es für jeden der Schüler noch eine Urkunde von Manuel Hauck vom Kulturmanagement Max Krieger aus Eschweiler. Das Kulturmanagement organisiert das Schüler-Theater-Festival jährlich gemeinsam mit der Stadt Stolberg, um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben sich kreativ beim Theaterspiel auszuprobieren und ihre Talente zu entdecken.

 

„Ihr seid sehr mutig, vor so vielen Leuten zu singen. Ich habe Respekt vor euch.“

Renate Krickel,Schulleiterin

 

29.06.2016 / Stolberger Zeitung / Seite 18 / Lokales 

Mo, 13. Juni 2016

Stolberger Zeitung

Stolberg. Der Ehrenamtspreis der Kupferstadt ist zum zweiten Mal verliehen worden, und die Auszeichnung in würdigem Rahmen ist auf dem besten Wege, eine Stolberger Institution zu werden. Im Rittersaal der Burg erlebten die Gäste nach der Erstauflage der Preisverleihung in 2015 jetzt wieder eine Premiere, denn bei den Würdigungen des Einsatzes von Einzelpersonen blieb es nicht. Bürgermeister Tim Grüttemeier und die Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen ehrten mit der Stolberger Tafel gleich einen ganzen Verein für sein Engagement.

Plakette soll ins neue Ladenlokal

Inge Schüler und Valentin Schmitz erhielten den Ehrenamtspreis jeweils sowohl für ihren außergewöhnlichen persönlichen Einsatz, als auch stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer der Stolberger Tafel. Dementsprechend dankte Schüler ihren zahlreichen Mitstreitern und meinte: „Jeder einzelne wird gebraucht. Gemeinsam sind wir stark.“ Schmitz regte an, seine Ehrenamtsmedaille möge in dem neuen Ladenlokal der Tafel in einer Vitrine Platz finden, da sie allen Helfern und Vereinsmitgliedern der Tafel zustehe.

Bescheidenheit zeichnete alle Preisträger aus. Wilfried Aberle begann seine Dankesrede ausnahmsweise nicht mit „leev Fastelovvendsjecke“ und Ursula Kummer erklärte auf der Bühne: „Ich bin sehr stolz, hier oben zu stehen, obwohl ich eigentlich gar nicht gerne im Rampenlicht stehe.“ Herbert Baldrian, vielen Stolbergern als „Max der Clown“ bekannt, dankte ausdrücklich seiner Ehefrau Jutta: „Wenn wir Ehrenamtler zu Hause nicht unterstützt werden, macht unser Engagement keinen Spaß und ist in größerem Maße nicht möglich.“ Grüttemeier ehrte die Preisträger mit Urkunden und der Ehrenamtsmedaille, die jede ein Unikat ist und aus dem „Stolberger Gold“, dem „Gelbkupfer“ Messing hergestellt ist. „Selbst in Krisenzeiten ist das Ehrenamt das reinste Gold für unsere Gesellschaft und die sicherste Bank im Leben“, richtete der Bürgermeister das Wort an die Ausgezeichneten und bezeichnete alle ehrenamtlich aktiven Menschen als „den wahren Glücksfall für jede Gesellschaft“. Die Stolberger Ehrenamtler würden die Stadt lebens- und liebenswerter machen und zusammenstehend dazu.

Luftballons und Schulchor

„Wir sprechen über Mitmenschlichkeit, ich spreche von Aushängeschildern für unsere Stadt.“ Den Preisträgern öffentlich zu danken, sei Anerkennung und Wertschätzung des gesamten bürgerschaftlichen Engagements in der Kupferstadt und solle gleichsam auch andere Menschen motivieren, sich ebenfalls ehrenamtlich einzusetzen. In diesem Zusammenhang dankte Grüttemeier dem Kunstschmied Adi Radermacher, dem Schwermetall-Geschäftsführer Dirk Harten sowie Ralf Klinkhammer und Torsten Eickhoff von der Sparda-Bank West dafür, dass sie die Kupferstadt in Sachen Ehrenamt unterstützen.

Den musikalischen Rahmen der Ehrenamtspreisverleihung gestaltete die Grundschule Hermannstraße. Zunächst begeisterte der Hermannschulchor mit zwei Liedern die Gäste. Mit Feuereifer sangen die Kinder zum Beispiel „99 Luftballons“ und wurden nicht nur mit tosendem Applaus belohnt. Denn Preisträger Baldrian hatte als „Max der Clown“ aus Luftballons kunstvolle Tiere und Blumen geknotet, mit denen er die musikalischen Kinder erfreute. War der Chor aus Lehrerinnen, einem Lehrer und Schulleiterin Renate Krickel zu Beginn noch „nur“ die summende Begleitung der Grundschüler, sangen die Erwachsenen später auch selbst zwei Lieder und rundeten die gelungene Preisverleihung ab. 

„Wenn wir Ehrenamtler zu Hause nicht unterstützt werden, macht unser Engage­ment keinen Spaß und ist in größerem Maße nicht möglich. “

Herbert Baldrian - Ehrenamtspreisträger

So, 15. Mai. 2016

Super Sonntag Stolberg / Seite  5

Am Computer können die Schüler Fragen zu den Büchern beantworten. Das heißt, sie müssen das Buch verstanden haben.

Mit Lesefreude Integration fördern

 

An der Hermannschule gehört die Lesezeit zum Unterricht und die Kinder sind mit Eifer dabei

 

Stolberg. Pünktlich um acht Uhr stürmen die Kinder in die kleine Bibliothek. Direkt am Eingang ziehen sie ihre Schuhe aus und sprechen direkt leiser.

Leseinsel nennt sich die kleine Schulbibliothek der Grundschule Hermannstraße und hier gelten die gleichen Regeln, wie in einer öffentlichen Bücherei: Es muss leise gesprochen werden, man kann vor Ort lesen und sich Bücher ausleihen. Diese müssen ordentlich und pünktlich wieder abgegeben werden. Anders, als in einer öffentlichen Bibliothek ist hier jedoch eine Lehrerin dabei, die den Kindern hilft, wenn sie beim Lesen nicht weiterkommen oder wissen wollen, wie ein Wort richtig ausgesprochen wird.

Gut lesen zu können ist für alle Bereiche des Lernens wichtig

Die meisten Schüler der Hermannschule wachsen zweisprachig auf und haben einen Migrationshintergrund, umso wichtiger ist es, dass sie im Bereich des Lese- und Spracherwerbs speziell gefördert werden. „Wir sind froh, die Lesezeit in den Unterricht integrieren zu können, denn gut lesen zu können, ist für alle Bereiche des Lernens wichtig“, so Lehrerin Melek Erginer, die nicht nur Türkisch unterrichtet, sondern auch das von der Bezirksregierung geförderte Projekt „koordiniertes Lernen“ für die Hermannschule anleitet. „Wer Schwierigkeiten beim Lesen hat, kann beispielsweise auch Matheaufgaben schlechter verstehen, da ist es egal, ob man ein guter Mathematiker ist.“

Im Rahmen der Lesezeit in der Leseinsel werden die Kinder indes vielfältig gefördert. Denn zu den Büchern können die Kinder mit dem Programm „Antolin“ Fragen zum Inhalt beantworten. Es reicht also nicht, nur die einzelnen Wörter zu lesen, die Schüler müssen auch den Inhalt der Bücher aufnehmen und verstehen. Zum Beantworten der Fragen arbeiten sie an einem Computer und müssen hier die richtigen Namen der gelesenen Bücher eintippen – lesen, verstehen, verarbeiten, schreiben, all das wird hier auf spielerische Art gefördert.

Daneben gibt es zweisprachige Bücher in der Bibliothek, in denen die Kinder beispielsweise auch nachschauen können, wie alltägliche Wörter in ihrer Muttersprache Arabisch oder Türkisch geschrieben werden.

Natürlich gibt es zusätzlich Bücher, die den Kindern die ersten englischen Wörter näher bringen.

„Wir achten schon darauf, dass die Schüler nicht immer die gleichen Bücher lesen oder nur Bilder gucken. Dann leiten wir sie an, sich anzustrengen und mal ein anderes Buch zu nehmen“, so Melek Erginer. Doch insbesondere soll die Lesezeit den Kindern Freude bereiten, den Spaß am Lesen und dem Medium Buch wecken. Und bei den meisten Schülern klappt das schon ganz gut. So ist die zehnjährige Arijeta fasziniert von Büchern über den Wald. Die siebenjährige Aida mag lieber Bilderbücher und weiß, dass sie noch kräftig lesen üben muss und Havin mag mit ihren neun Jahren gerne Märchen und Fantasiebücher; und sie sind sich alle einig, dass die Lesezeit mehr Spaß macht, als der normale Unterricht.

„Wir sehen dabei die Zweisprachigkeit der Kinder als Chance“, erklärt Renate Krickel, Schulleiterin der Hermannschule, warum auch versucht wird, die Muttersprachen der Kinder nicht außen vor zu lassen. Ob einem Kind das Lesen leicht fällt und es damit auch bei seinem weiteren Bildungsweg einfacher hat, sei aber auch abhängig vom Elternhaus.

Den Kinder bereitet die Lesezeit Freude und sie weckt Interesse am Buch

Vorlesen oder gemeinsames Lesen zu Hause lege dabei einen wichtigen Grundstein. In welcher Sprache dies nun erfolge, spiele dabei weniger eine Rolle. Wichtig sei, dass die Eltern auch ein positives Vorbild abgeben, erläutert Melek Erginer.

„Lesen ist schließlich eine Tätigkeit, die Bildung und Seele fördert“, ist Renate Krickel überzeugt, weshalb sie auch eine Schulbibliothek als Teil einer jeden modernen Grundschule sieht. Gerne hätte die Schule mehr Möglichkeiten, die Kinder auf diesem Gebiet zu fördern, doch das sei aus finanziellen Gründen nicht möglich. Hinzu komme der knappe Personalstand.

„Die Kinder können nicht alleine in der Bibliothek oder im Computerraum arbeiten, sie brauchen dabei Hilfe. Wenn jede Klasse mit einem Computer ausgestattet wäre, wäre es noch einfacher, die Lesezeit in den Unterricht zu integrieren“, sind sich Renate Krickel und Melek Erginer einig.

„Denn nur, wer die Sprache des Landes, in dem er lebt, richtig sprechen und lesen kann, kann sich auch richtig integrieren“. Und an der Hermannschule arbeitet man auch dank der Leseinsel auf dieses Ziel hin. (Juliane Kohnert)

Die Kinder sollen aktiv lesen. Das können sie gerne auch mal gemeinsam. Fotos: Juliane Kohnert
Natürlich hat die kleine Schulbücherei auch zweisprachige Bücher. Denn Zweisprachigkeit wird hier als Chance gesehen.

Montag, 25. April 2016

Stolberger Zeitung

„Eine Schule, die in 1000 Sprachen singt“

 

Zumindest gefühlt, findet Schulleiterin Renate Krickel . Ein Gespräch über freundliches Miteinander und die Muttersprache.

 

Stolberg. Renate Krickel kennt sich aus mit Fragen. Als Lehrerin und Schulleiterin der Stolberger Grundschule Hermannstraße hört sie täglich welche. Deshalb war es auch eine lockere Runde, die sich zum Gespräch mit ihr im Lehrerzimmer traf: 14 Schüler – 14 Fragen, gestellt von ihren Viertklässlern.

 

Seit wann sind wir „Schule ohne Rassismus“?

Renate Krickel: Gefühlt schon immer! Dazu braucht man auch eigentlich nicht diesen Aufkleber. Wir sind eine Internationale Begegnungsschule, dieser Titel sagt alles aus.

 

Warum sind wir das?

Krickel: Diese Frage könnt Ihr selbst beantworten. Schaut doch mal in unsere Runde… Ihr habt Wurzeln im Libanon, dem Irak, in Portugal, Marokko, Deutschland, Nigeria, Spanien, der Türkei, Mazedonien und dem Kongo.

 

Was genau bedeutet „Rassismus“?

Krickel: Wenn so viele Kinder so unterschiedliche Wurzeln haben und einer anfängt zu sagen „Mit dir will ich nichts zu tun haben, weil du aus einem bestimmten Land kommst!“ Das ist Rassismus. Oder wenn jemand andere Kinder ausschließt wegen ihrer Hautfarbe, Religion oder ihrem Geschlecht. Das ist auch Rassismus, und das möchten wir nicht. Wir gehen respektvoll miteinander um.

 

Klappt das gut mit der „Schule ohne Rassismus“?

Krickel: Ja, vor allem die älteren Schüler, wie Ihr, verstehen das und handeln danach. Die jüngeren verstehen das oft Wort nicht. Einmal hat ein Erstklässler erzählt, wir seien die „Schule gegen Franziskus“. Wir haben deshalb überlegt, dass wir eigentlich nicht gegen etwas sind, sondern wir drücken es lieber positiv aus: Wir sind die Schule für gemeinsames Lernen und Spielen und das freundliche Miteinander.

 

Unsere Projektwoche hat das Thema „Mit Sprachen spielen“. Wie sind Sie darauf gekommen?

Krickel: Da brauche ich nur wieder Euch anzugucken! Es gibt an unserer Schule neun Sprachen, die mehrere Kinder sprechen. Ich erlebe ja, wie Ihr selbst neugierig darauf seid. Es ist doch interessant, was „Freund“ auf Spanisch, Kurdisch, Französisch oder Englisch heißt. Und Ihr seid die Experten.

 

Wie meinen Sie das?

Krickel: Erinnert Euch mal an die Weihnachtszeit. Da haben Eltern uns Märchen in ihrer Muttersprache erzählt. Oder unser Schulsingen, da singen wir in gefühlt 1000 Sprachen! Wir versuchen die Vielsprachigkeit unserer Schule zu leben. Das ist schwer. Aber es ist eine Idealvorstellung, dass jedes Kind zum Experten für eine Sprache wird. Das muss nicht seine Muttersprache sein. Wie schön wäre das, wenn wir zum Beispiel für Niederländisch ein Wörterbuch anlegen würden und Begriffe im Sachkundeunterricht auch in dieser Sprache nachschlagen könnten.

 

Einige Kinder, die an unsere Schule kommen, können kein Deutsch…

Krickel: Deshalb gibt es bei uns die Willkommensgruppen. Fünf von unseren eigenen Kindern und zusätzlich 15 Kinder aus anderen Schulen bekommen hier zweimal in der Woche zusätzlichen Deutschunterricht.

 

Wieso kommen Kinder von anderen Schulen zu uns?

Krickel: Wenn eine Flüchtlingsfamilie in Deutschland ankommt, wird sie nach einer Weile einer Stadt wie Stolberg zugewiesen, und die Kinder sind dann schulpflichtig. Die geflüchteten Kinder gehen dann in eine Stolberger Grundschule, zum Beispiel in die Grundschule Atsch, Donnerberg, Grüntal oder Büsbach. Den Deutsch-Intensivkurs machen sie für sechs Monate dann bei uns, weil die einzelnen Schulen für so wenige Kinder keinen Sprachkurs einrichten können. Die Kinder sind unsere Gäste. Wenn Ihr zu Hause Gäste habt, dann nehmt Ihr sie freundlich auf, oder? Wir machen das als Schule genauso.

 

Und lernen die Kinder dann bei uns Deutsch?

Krickel: Einige von Euch wissen das doch von sich selbst! Es ist unglaublich, wie schnell Kinder das lernen. Nach wenigen Wochen können die meisten schon eine Anfangssprache und können sich gut verständigen. Unser Ziel ist es, ihnen Deutsch so beizubringen, dass sie dem Unterricht folgen können. Dazu gehören Sätze wie „Schlage dein Buch auf!“ Oder: „Darf ich bitte auf die Toilette gehen?“ Sie lernen auch, wie die Schulmaterialien auf Deutsch heißen und wie man in unserer Sprache rechnet.

 

Umgekehrt gibt es bei uns auch den HKU, den Herkunftssprachlichen Unterricht, wo Kinder in ihrer Muttersprache lesen und schreiben.

Krickel: Die Wissenschaft sagt, dass Kinder, die ihre Muttersprache richtig gut können, viel besser Deutsch lernen. Die Erfahrungen an unserer Schule zeigen das auch. Schüler, die den HKU ernst nehmen, erbringen in den anderen Fächern ebenfalls gute Leistungen. Außerdem ist beim HKU eine Lehrerin dabei, die zum Beispiel Wissen aus dem Sachkundeunterricht auf Türkisch wiederholt.

 

Was mögen Sie an unserer Schule?

Krickel: Das Vielseitige! Seit 2008 bin ich die Leiterin der Hermannschule. Zuvor habe ich lange nur deutsche Kinder unterrichtet. Das fand ich langweilig. Spannend finde ich als Religionslehrerin den praktischen Umgang mit anderen Religionen, etwa dem Islam.

 

Was bedeutet Ihnen die Schule?

Krickel: Ihr füllt mein Leben aus – zumindest einen großen Teil davon!

Atatürks Kinderfest

 

Schattenspiel auf traditionell-türkische Weise

 

Stolberg. Hacivat und Karagöz sind zwei berühmte Männer aus der Türkei. Sie sind durch ihre Schattenspiele bekannt geworden. Hacivat war der Kluge, und Karagöz war der Lustige. Die Schülerin Beyza Yilmaz hat ihren Freunden in der Türkisch-AG davon erzählt und nun bei der Projektwoche eines der Bücher von Hacivat und Karagöz präsentiert. Die Viertklässler aus der Türkisch-AG von Frau Erginer stellten zwei Charaktere des traditionell-türkischen Schattenspiels vor.

Die Schüler haben mehrere Stücke von Hacivat und Karagöz kennengelernt und sich auf eines geeinigt, das sie bei dem Schulfest aufgeführt haben. Dieses fand passenderweise am 23. April statt. Der 23. Nisan (April) ist von Mustafa Kemal Atatürk 1924 eingeführt worden, und seit 1979 hat er den erweiterten Titel „Internationales Kinderfest“. Das Motto damals lautete „Die Kinder sind unsere Zukunft.“ (Beyza, Miles, Yusuf)

Die Hermann-Liga für die Pause

Ein Fußballturnier auf dem Schulhof, das feste Regeln, Siegern und Pokale hat

 

Stolberg. Die Hermann-Liga wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen und ist eine Art Fußballturnier. Jeder Schüler und jede Schülerin kann sich bei der Hermann-Liga anmelden und wird in einem Team eingesetzt. Die Hermann-Liga wird immer in den Pausen gespielt.

 

Eine große Siegerehrung

 

In der Hermann-Liga gibt es einen Schiedsrichter und zwei Schiedsrichterhelfer. Es gibt regelmäßige Schiedsrichtertreffen mit der Lehrerin Frau Renardy, bei denen Regeln vereinbart werden.

Die Hermann-Liga ist so aufgebaut wie die Bundesliga mit Teams, die aus Kindern von Klasse 1 bis 4 bestehen. Es gibt zehn Jungenteams und fünf Mädchenteams. Es gibt einen Spielplan damit jeder weiß, wann er spielt. Wenn das Halbjahr vorbei ist bekommt jedes Kind, das in der Hermannliga angemeldet, ist eine Urkunde, und es gibt eine große Siegerehrung! Die letzten Pokale haben die Jungenmannschaft „Alemannia Stolberg“ und die Mädchenmannschaft „Argentinien“ gewonnen.

Die Schiedsrichter bekommen dort eine Pfeife und Süßigkeiten als Dankeschön. Wenn es mal draußen regnet, dann müssen die Kinder mit Turnschläppchen in der Turnhalle spielen.

In der Fußballecke unserer Schule können wir den aktuellen Spielplan, eine Liste mit allen Mannschaften und aktuellen Mitteilungen unserer Lehrerin nachlesen. (Filipe, Saman, Shamane)

„Die einzigartige Reise“ ist zweimal zu sehen

Aachen. In der Hermannschule gibt es eine Theater-AG, deren Leiterinnen sind Frau Verbocket und Frau Nazzari. Die Kinder haben viel Spaß beim Theater spielen, weil sie es lustig, entspannend und aufregend finden. Das nächstes Stück heißt „Die einzigartige Reise“. Da es fast so weit ist, kümmert sich die AG gerade um die Kostüme und die Schminke. Alle sind schon sehr aufgeregt und freuen sich auf viele Besucher am Donnerstag, 23. Juni, im Kulturzentrum. Um 11 Uhr wird das Stück für die Mitschüler und um 18 Uhr für Eltern und Freunde der Schule gespielt. (Anna und Sara)

 

Yusuf liest beim Lesewettbewerb in Köln

Aachen. Drei Kinder aus den Klassen drei und vier der Hermannschule haben am Lesewettbewerb teilgenommen. Die Namen der Kinder sind Nesibe, Sila und Yusuf. Yusuf hat gewonnen! Verwundert? Es gibt in der Städteregion einen Lesewettbewerb für Türkisch. Elf Schüler haben daran teilgenommen. Yusuf als Sieger fährt nun zum Finale, das in Köln ausgetragen wird. Die Teilnahme motiviert Kinder, auch ihre Muttersprache zu vertiefen. Natürlich soll vor allem die Freude am Lesen gefördert werden. Den Wettbewerb organisiert das ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration für Kinder mit verschiedenen Herkunftssprachen. (Tiago und Yusuf)

DAS THEMA: PROJEKTWOCHE AN DER HERMANNSCHULE

 

- In der Projektwoche haben mehrere Klassen Bücher zu Themen wie Flucht, Kultur und verschiedene Sprachen besprochen. Zum Beispiel „Alle da“ von Anja Tuckermann und Tinie Schultz (hier mit Edon, Zofia, Melis und Lars). Es geht darin um Menschen aus anderen Ländern und ihre Kultur. Das passt gut zu unserer Schule, weil es hier viele Kinder aus verschiedenen Ländern gibt. (Ayoub und Saman)

 

- Das Märchen-Film-Projekt ist in vielen Etappen entstanden. Angefangen hat es vor Weihnachten. Da haben uns Eltern, Lehrer und Freunde der Hermannschule das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ in verschiedenen Sprachen vorgelesen. Dann haben wir beschlossen, Erklärvideos zu anderen deutschen Märchen zu drehen. Jede Gruppe suchte sich eines aus und reduzierte es auf den Kern der Handlung. Daraus entwickelten wir Storyboards. Später hat jede Gruppe mit Regisseur, Kameramann und Sprecher sein Märchen verfilmt.

 

- In der Projektwoche vor dem Schulfest haben wir unsere vorhandenen Märchen – zum Beispiel Aschenputtel, Rotkäppchen, Des Kaisers neue Kleider, Prinzessin auf der Erbse, Der gestiefelte Kater – in mehrere Sprachen übersetzt, die Kinder an unserer Schule sprechen. Wir haben die Märchen auf Deutsch, Albanisch, Kurdisch, Russisch, Arabisch, Türkisch und Portugiesisch übersetzt. Jeder kann sie auf der Schulwebsite anschauen. (Hezna und Laura)

Die Märchen zum Anklicken:

hermannschule-stolberg.d

 

- In unserer Projektwoche hat Frau Renardy mit einigen Kindern einen hawaiianischen Hula-Tanz eingeübt. Sie haben zu diesem Thema gebastelt. „Die Tänze Hawaiis erzählen immer eine Geschichte, und diese wird mit den Armen dargestellt“, sagt Frau Renardy. Auf den Plakaten haben die Schüler die einzelnen Bewegungen mit der entsprechenden Bedeutung erklärt. Auf dem Foto zeigt Max die Schildkröte und Noreen eine Palme. Der hawaiianische Tanz passte gut zum Schulfest, weil der Tanz auch eine eigene Sprache spricht.

 

- Die Willkommensgruppe ist eine Art Klasse für Kinder aus verschiedenen Ländern, die vor kurzem nach Deutschland gekommen sind und noch kein Deutsch sprechen. Für unser Schulfest haben die Schüler etwas Besonderes vorbereitet: Sie hat das Lied „Bruder Jakob“ in 53 Sprachen gesungen! Schade, dass man in der Zeitung nicht den Ton einschalten kann! (Hezna, links, und Ayse, Bildmitte)

Dienstag, 08. März 2016

Stolberger Zeitung

Der Kleine Chor Breinig-Schevenhütte unter der Leitung von Franz Körfer sang gemeinsam mit dem Chor der Grundschule Hermannstraße. Foto: M.-L. Otten

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in Stolberg für eine gute Sache singen und Musik machen. Bei dem mittlerweile zehnten Benefizkonzert „Stolberger musizieren für Stolberger“ im Rahmen des Stolberger Musiksommers zeigten sechs Gesangs- und Instrumentalgruppen Kostproben aus ihrem reichhaltigen Repertoire.

 

Musiksommer: Benefizkonzert zum Auftakt

 

Den Auftakt machte der Kinderchor der Grundschule Hermannstraße. Die internationale Welt trifft sich nicht nur in der „internationalen Begegnungsschule“, auch im gut besuchten Museum Zinkhütter Hof saßen viele Zuhörer aus verschiedenen Ländern, allen voran Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier und Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen. Die Kinder waren bestens vorbereitet und sangen alles auswendig. Hartmut Kleis bedankte sich bei Schulleiterin Renate Krickel, ihren Kollegen und Kolleginnen sowie Peter Verhees für ihren lobenswerten Einsatz, den Abend mitzugestalten.

 

Neben Kindern aus Migrantenfamilien sangen Jungen und Mädchen mit, die noch kein Deutsch können. Sie gehören zu einer sogenannten Willkommensgruppe, in der sie besondere Betreuung erfahren, um schneller in das Schulleben integriert zu werden. Peter Verhees gab die Einsätze und begleitete das internationale Liedgut wie „Singing All Together“, „Wir sind Kinder einer Welt“ oder die Hymne der Schule „Anders als Du“ mit der Gitarre. Gut gewählt war das Schlusslied „We shall Overcome“, der Schlüsselsong aus der US-Bürgerrechtsbewegung, der auch am Ende des Abends von allen Teilnehmenden noch einmal gemeinsam gesungen wurde. „Wir werden (es) überwinden“ versprach Hoffnung gegen jede Art von Missstand.

 

Das Duo bestehend aus Elke Hoffmann-Kittel (Klavier) und Karl-Heinz Liske (Klarinette) präsentierte sich mit drei Stücken von Isaac Albeniz, Maurice Ravel und Darius Milhaud. Sie entlockten ihren Instrumenten facettenreiche Klänge und komplexe Rhythmen – und warfen sich dabei die musikalischen Bälle zu, als ob dies ganz einfach wäre.

 

Eigens für das Benefizkonzert hatte sich das Trio Miriam Löhr, Andrea Heeren (beide Sopran) und Gunther Antensteiner (Klavier) gebildet. Die Profi- und die Hobbysängerin sangen im Duett zur Begleitung des Stolberger Kantors den Softrock „Bridge over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel, das Liebeslied „All I Ask of You“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ und den bekannten Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck mit Misun Kim als Sandmännchen, das die beiden Verirrten beruhigte. Auch hier gab es viel Beifall.

 

Der letzte Auftritt vor der Pause gehörte dem Kleinen Chor Breinig-Schevenhütte unter Leitung von Franz Körfer. Anlässlich einer Hochzeit vor 21 Jahren gegründet, umfasst das Repertoire des gemischten Chores mittlerweile weltliche und geistliche Chorwerke von Barock bis zur gemäßigten Moderne. Bei dem Benefizkonzert stellten sie sich zunächst mit gefühlvollen Songs aus der Filmwelt vor, für die sie viel Applaus ernteten.

 

Wie eine gemeinsame Welt aussehen kann, zeigte das gemeinsame Singen mit dem Hermannchor und dem Lied „We Are The World“ von Michael Jackson und Lionel Richie.

 

Nach der Pause setzte der Kleine Chor sein Programm fort. Hatte Hermann-Josef Schulte zuvor auf dem Klavier begleitet, spielte er jetzt auf der Violine zu „Smile“ von Charlie Chaplin. Ergreifend wurde es bei dem wunderschönen Lied „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“, den Martina Küpper aus dem Kleinen Chor Breinig-Schevenhütte berührend in Originalsprache zum Besten gab.

 

Zum Jazzstandard gehörte das a-cappella-vorgetragene Spiritual „Down by the Riverside“ mit dem Leadsänger Friedhelm Begass. Die Zuhörer wollten immer noch mehr hören, so war eine Zugabe unumgänglich, die die Damen und Herren mit dem Popsong „Blue Moon“ im Satz von Jo Schulte gerne erfüllten. Kammermusikalisch ging es mit vierhändiger Klaviermusik weiter. Gunther Antensteiner und seine Verlobte Misun Kim spielten den 1. Satz Adagio aus der Symphonie Nr. 7 von Joseph Haydn und setzten einen weiteren musikalischen Akzent.

 

Den Abschluss bestritt der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr I unter Leitung von Rainer Peitsch, der aus 45 aktiven Musikern zwischen sechs und 72 Jahren besteht. Da die Bühne dafür aber zu klein war, erfreute das moderne Spielleuteorchester mit drei kleineren Ensembles das Publikum. Mit Mozart und Joplin wartete das Flötenensemble auf, mit brasilianischem „Tico-Tico no Fubá“ und „Erinnerungen an Zirkus Renz“ die Stabspieler, und die Drum Band sorgte mit „Funny Sticks“ und „All in One“ für jede Menge Überraschung.

 

Stolberger Musiksommer: Gemeinsames Singen für den guten Zweck - Lesen Sie mehr auf:

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/stolberger-musiksommer-gemeinsames-singen-fuer-den-guten-zweck-1.1310666#plx1043418541

Dienstag, 16. Februar 2016

Stolberger Zeitung / Lokales / Seite 16

 

Programm für Flüchtlinge: Fünf Millionen Euro zur Integration?

 

Von: Jürgen Lange

 

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte die Verwaltung: Zur Einrichtung eines Betreuungshauses für die Grundschule Hermannstraße soll aus städtebaulichen Gründen ein Altbau auf der Mühle saniert und genutzt werden. Foto: J. Lange

 

 

STOLBERG. Bereits im Januar hatten Rat und Verwaltung schnell reagiert, als das Land ein Sonderprogramm mit Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen angekündigt hatte. Sofort hat die Kupferstadt beschlossen sich zu beteiligen und schon einmal die finanziellen Voraussetzungen geschaffen.

 

Für die bis zu 5 Millionen Euro Projektkosten, die eine Stadt wie Stolberg vom Land erhalten kann, wurde ein Eigenanteil von 500.000 Euro in den Haushalt – verteilt bis ins Jahr 2020 – eingestellt. Konkrete Projekte konnten aufgrund des Zeitablaufes noch nicht benannt werden.

 

Drei Vorschläge ausgearbeitet

 

Dies soll der Hauptausschuss am Dienstagabend nachholen. Die Verwaltung schlägt der Politik drei konkrete Projekte vor, die zu einer Förderung beim Land angemeldet werden sollen. „Wir haben zunächst Vereine, Schulen und Träger freier Wohlfahrtspflege angeschrieben“, erläutert Robert Voigtsberger das Herangehen der Verwaltung an die Projektideen.

 

Die Anfragen zweier Vereine konnten jedoch nicht mit den Förderkriterien in Übereinstimmung gebracht werden, so der Erste Beigeordnete weiter. Dagegen konnte der Vorschlag einer Grundschule ebenso konkretisiert werden wie die Ideen aus zwei städtischen Ämtern. „Wir können somit mit drei detaillierten Projekten zur Integration von Flüchtlingen uns beim Land um eine Förderung bewerben“, so der Sozialdezernent weiter. Unter dem Strich summieren sich die kalkulierten Investitionen auf 4,974 Millionen Euro.

 

Neubau Kita Spinnereistraße mit Quartiesbüro: Eigentlich liegt die Kupferstadt bestens im Rennen beim Ausbau der Betreuungsplätze; er wird im Kita-Jahr 2016/17 so abgeschlossen sein, dass eine Betreuungsquote von 35 Prozent erreicht werden kann. Allerdings erfordern nun die aktuellen und prognostizierten Zuweisungen von Flüchtlingen neue Anstrengungen über den alten Ausbauplan hinaus – sowohl zur Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr wie auch zur Betreuung der Familien.

 

Dazu sind Beratungs- und Begleitungsangebote erforderlich. Das Jugendamt kalkuliert, dass pro Jahrgang 12 bis 15 Kinder zusätzlich zu beachten sind. Das bedeutet für die Betreuung der bis zu Sechsjährigen, dass jährlich mindestens 72 Kinder zu berücksichtigen sind. Es müssen zusätzliche Plätze geschaffen werden, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können.

 

Als Standort für eine neue viergruppige Kindertagesstätte mit Quartiersbüro empfiehlt das Jugendamt ein städtisches Grundstück an der Spinnereistraße. Im Dreieck Unterstolberg, Münsterbusch und Atsch/Schneidmühle könne so im Kohlbusch eine besonders hohe und wohnortnahe Versorgung bei einem ausgesprochen hohen Bedarf auch angesichts der Sozialprofile aus dem Familienbericht erreicht werden. Die Kosten werden mit 2,9 Millionen Euro angegeben.

 

Betreuungshaus an der Grundschule Hermannstraße: Zukünftig soll die Mehrheit der Kinder an der Grundschule die Möglichkeit haben, die Angebote des offenen Ganztags nutzen zu können. Das Betreuungshaus soll weiterhin ein „Cafe International“ beherbergen, das als Begegnungszentrum für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer und Helferinnen sowie als Kantine genutzt werden kann. Der „Deutsch-Intensivkurs für Grundschüler“ der Städteregion, Sprachkurse für Jugendliche und Erwachsene, nachbarschaftliche Projekte, Beratungsarbeit für Neuankömmlinge in Deutschland könnten in den Räumen des Betreuungshauses realisiert werden.

 

Dieses Begegnungszentrum soll die Vernetzung der schulischen Elternarbeit, bereits vorhandene Strukturen (Schule, Helene-WeberHaus, Sozialkaufhaus andere Beratungsinstitutionen, Kinder- und Jugendperspektive der Stadt) sowie ehrenamtliches Engagement für eingewanderte Familien und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge fördern bzw. ermöglichen. Möglich wäre zwar ein Neubau mit Verbindung zum Schulgelände, aber präferiert wird von der Verwaltung insbesondere aus städtebaulicher Sicht die Sanierung einer angrenzenden Immobilie auf der Mühle. Die Kosten werden auf 1,342 Millionen Euro inklusive einer pädagogischen Halbtagskraft für eine einjährige Anlaufphase geschätzt.

 

Umbau der Turnhalle Kogelshäuserstraße in eine Mehrzweckhalle: Mit diesem Vorschlag soll der Veranstaltungsrahmen sowohl für das schulische Angebot wie auch für die Projekte des Kultur- und Generationenhauses „Kugel“ ausgeweitet werden. Am Standort der auslaufenden Hauptschule und aufbauenden Sekundarschule werde bereits eine sehr gute Integrationsarbeit geleistet.

 

Seit Jahren werde mit drei internationalen Förderklassen für neu angekommener Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse Integration und Inklusion erfolgreich umgesetzt. Darüber hinaus halte die Begegnungsstätte „Kugel“ für den Raum „Soziale Stadt Velau“ ein breites Angebot zur Integration vor. Um die Angebote erweitern zu können, wäre eine Umwandlung der stark sanierungsbedürftigen Turnhalle in eine Mehrzweckhalle dringend erforderlich.

 

Zwar ist die notwendige Erweiterung der Sekundarschule im Haushalt 2016/17 eingeplant, aber der vorgesehene Finanzrahmen reiche nicht aus für die dringend notwendige Sanierung der Turnhalle. Das Projekt wird vom Hochbauamt mit 732.000 Euro kalkuliert.

 

Programm für Flüchtlinge: Fünf Millionen Euro zur Integration? - Lesen Sie mehr auf:

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/programm-fuer-fluechtlinge-fuenf-millionen-euro-zur-integration-1.1295578#plx604448817

und hier der Original-Artikel aus der Stolberger Zeitung
Programm für Flüchtlinge_ Fünf Millio[...]
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Mittwoch, 3. Februar 2016
Stolberger Zeitung / Lokales / Seite 18


Umgang mit der Kamera faszinierend

 

Junges Filmteam der Stolberger Hermannschule dreht einen Streifen über den Alltag im Unterricht und in den Pausen


Von Christoph Hahn

Stolberg. Da waren Glodia, Sükran, Daorsa, Edom und Lars „stolz wie Bolle“: Für eine Stunde oder etwas mehr standen sie unbeschränkt im Mittelpunkt der Veranstaltung im Stolberger Kulturzentrum an der Frankentalstraße – einmal abgesehen von der Düsseldorfer Medienpädagogin Charlotte Krickel und ihre Mutter, Rektorin Renate Krickel. Mit deren Unterstützung nämlich haben die drei Mädchen und zwei Jungen einen Filmporträt über den Ort gedreht, an dem sich zumal morgens und mittags ihr Leben abspielt: die Hermannschule, eine Grundschule unweit der Mühlener Brücke in der Kupferstadt.

 

Dickes Kompliment

 

Dazu gab die Präsentation im Kulturzentrum natürlich den passenden Rahmen her: Die Ränge über und über mit anderen Schülern, Eltern, Lehrern und anderen Menschen gefüllt, stellte sich das filmversierte Quintett einem Talkmaster zum Gespräch. Und dieser Talkmaster, das war niemand geringerer als Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier. Der machte dem Team direkt zu Beginn ein dickes Kompliment: „Ich habe mir den Film angeschaut, und was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen.“

 

Derart mit Anerkennung aufgewertet, stellten sich Glodia und ihre vier Freunde locker und unverkrampft zum Gespräch:. Auf die Frage, was sie denn bei dem Projekt, in dessen Verlauf die Grundschüler sich eine Woche lang ganz konzentriert um ihren Film gekümmert haben, fasziniert habe, fand Edom die Antwort, die auch von den anderen hätte kommen können: „Der Umgang mit der Kamera, wie man sie bedient und wie man sie scharf stellt, das hat mir besonders gefallen.“

 

Und was sie beim nächsten Film unbedingt noch besser machen wolle, brachte Glodia auf den Punkt: „Die Projekte an und in der Hermannschule sollen noch besser unter die Lupe genommen werden.“

Natürlich haben sich alle, die Gäste wie die Gastgeber, den Film auf der großen Leinwand angesehen. Sie tauchten ein in den Mikrokosmos einer Schule, in der Kinder aus 15 Ländern lernen. In der Flüchtlingskinder in der „Willkommensklasse“ an das Leben in einem für sie fremden Land herangeführt werden (eine Tatsache, die der Film in Mikro-Interviews widerspiegelt), besuchten den Hof mit dem kleinen „Friedensgarten“ , lernten junge und etwas ältere Menschen kennen und ins Herz schließen. Auf diese Weise haben sich Glodia, Sükran, Daorsa, Edom und Lars zu guten Botschaftern der Hermannschule gemacht. Sie mögen diesen Ort und alle, die ihm Leben und Gestalt verleihen. Mit ihrem Stolz und ihrer kindlichen Frische nebst Neugier haben vielen Menschen das Herz aufgeschlossen – durch den Film an sich und auch durch die Präsentation im Kulturzentrum. Bei dieser Gelegenheit hat nicht zuletzt der Auftritt des Schulchores dokumentiert, wie sehr dieses Projekt in der Gemeinschaft verwurzelt ist.

 


„Ich habe mir den Film angeschaut, und er hat mir sehr gefallen.“

Tim Grüttemeier, Bürgermeister

 

20.12.2015

Super Sonntag Stolberg

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (Bildmitte, hinten) freut sich mit den Preisträgern des Miteinander-Preises 2015: Flüchtlingsrat Roetgen, Arbeitskreis Langschoß und Grundschule Hermannstraße aus Stolberg. Foto: Thomas Förster

Städteregion Aachen. Ihr Einsatz ist beispielhaft: Zwei Initiativen und eine Grundschule sind jetzt mit dem Förderpreis „Miteinander in der Städteregion Aachen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ ausgezeichnet worden.

 

Städteregionsrat Helmut Etschenberg überreichte vor rund einhundert Gästen in Roetgen die Auszeichnung an den Arbeitskreis Langschoß, den Flüchtlingssrat Roetgen und die Stolberger Grundschule Hermannstraße. „Das Thema ist heute aktueller denn je. Wir müssen und wollen alle Flüchtlinge bestmöglich in unsere Gesellschaft integrieren. Das ist die große Herausforderung unserer Zeit. Genau in diesem Bereich haben alle drei Preisträger eine beispielgebende Arbeit geleistet“, so Etschenberg.

 

Der Ort der Verleihung war indes keineswegs zufällig gewählt. Denn im Pfarrsaal der Roetgener Gemeinde St. Hubertus treffen sich auch regelmäßig die ehrenamtlichen Helfer des Flüchtlingsrats Roetgen. Seit über 20 Jahren setzen sie sich für Flüchtlinge in der Eifelkommune ein. Neben praktischer Hilfe für die Menschen, die nach Roetgen kommen, will der Flüchtlingsrat vor allem Ängste und Vorurteile bei der einheimischen Bevölkerung abbauen. Dazu organisiert er regelmäßig Veranstaltungen wie beispielsweise einen Filmabend und ungezwungene Kennenlerntreffen. Für dieses Engagement erhielt der Flüchtlingsrat den diesjährigen Förderpreis.

 

Als zweiter Preisträger wurde die Grundschule Hermannstraße in Stolberg geehrt. Die Hermannschule profiliert sich schon seit Jahren als „Internationale Begegnungsschule“. Sprachenvielfalt und die Vielfalt von Religionen und Kulturen sind hier gewünscht und werden zum Unterrichtsgegenstand.

 

Hier trifft sich die Welt

 

Die 220 Kinder aus 26 Ländern arbeiten und lernen regelmäßig zu interkulturellen Themenschwerpunkten, die das friedliche und respektvolle Miteinander in den Mittelpunkt stellen. In der Hermannschule trifft sich die Welt! Der „Migrationshintergrund“ tritt dort tatsächlich in den Hintergrund und die Zweisprachigkeit ist bei Kindern, Eltern und Lehrern Alltag. Im Jahr 2014 wurde die Schule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Das Thema „Vielfalt“ wird von der gesamten Schulgemeinschaft kreativ – künstlerisch, literarisch und akrobatisch – umgesetzt. Seit 2015 läuft an der Grundschule außerdem ein Deutsch-Intensiv-Kurs, in dem Kinder aus verschiedenen Stolberger Grundschulen gemeinsam die ersten Schritte in der deutschen Sprache unternehmen. Das bunte Gesicht der Hermannschule zeigte auch der Hermannchor der Schule, der die Preisverleihung musikalisch gestaltete.

 

Als dritter Preisträger wurde der Arbeitskreis Langschoß aus Simmerath ausgezeichnet. Ähnlich wie der Flüchtlingsrat Roetgen übernehmen die Ehrenamtlichen im Arbeitskreis vielfältige Aufgaben zur Unterstützung geflüchteter Menschen. Dazu gehören persönlicher Kontakt, Familienpatenschaften und Hilfe bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Darüber hinaus machen sich die Mitglieder des Arbeitskreises für eine verbesserte Ausstattung der Unterkünfte und größere Mobilität der Flüchtlinge stark. Unter anderem geben sie Deutschunterricht, organisieren Sportangebote und sorgen für Austausch und Kontakt zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen. Nachhaltigkeit sei ein besonders wichtiges Kriterium bei der Vergabe des Förderpreises, betonte Etschenberg.

(red)

Engagement ausgezeichnet - Miteinander in der Städteregion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
20.12.2015
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Mit Kamera genauer hingeschaut

Samstag, 3. Oktober 2015
Stolberger Zeitung / Lokales / Seite 18

Ein Team von Schülerinnen und Schülern hat den Alltag in den Klassenzimmern der Hermannschule durch das Objektiv betrachtet. Heraus gekommen ist ein Dokumentarfilm aus verschiedenen Perspektiven.

Von Christoph Hahn

 

Stolberg. Die Hermannschule an der Mühlener Brücke in Stolberg steckt voller Talente – nur dass, wie anderswo auch, diese Könner von morgen halt ein bisschen gefördert werden müssen.

 

Renate Krickel, der Schulleiterin, ist das jetzt gelungen – und zwar mit Hilfe ihrer Tochter Charlotte, die als Medienpädagogin in Düsseldorf lebt. Zusammen mit einigen Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse hat sie ein Kamerateam gebildet und eine Woche lang durch das Objektiv den Alltag in den Klassenzimmern und um sie herum unter die Lupe genommen.

 

Der Anfang war, dank des kurzen Wegs zwischen Mutter und Tochter, denkbar einfach: „Meine Mutter hat mich gefragt, ob ich in ihrer Schule ein Filmobjekt umsetzen könnte.“

 

Charlotte Krickel konnte und scharte so hoffnungsvolle Kräfte wie Daorsa Smajli, neun Jahre, die in die dritte Klasse geht und erst ein Jahr in Deutschland lebt, aber dafür hervorragend Deutsch spricht, Sükran Karaköze, Edon Amidi, Glodia Nzimba Plamerdi und Lars Heesen um sich.

 

Eine ganze Woche, bis zum Beginn der Herbstferien, zogen die Jungfilmer treppauf, treppab über die Flure und die Klassenzimmer, um ihre Eindrücke festzuhalten. Für Daorsa und die anderen Teilnehmer galt dabei eine wichtige Ausnahmeregelung: „Für den Zeitpunkt des Projektes waren die Schüler aus dem Unterricht herausgenommen worden“, informiert Renate Krickel.

Ganz befreit vom Druck des täglichen Einerlei konnten die Medienpädagogin und ihre Mitstreiter mit vereinten Kräften loslegen. Daorsa weiß noch genau, was ihnen und ihren Freunden so vor die Linse gekommen ist: „Wir haben den Schulhof, den Friedensgarten und den Schulhof gefilmt.“ Und Sükran: „Den offenen Ganztagsbereich und die Spielecken haben wir uns auch angesehen.“

Was es auch immer gewesen sein mag – die Kinder aus der Hermannschule sind der Sache immer auch auf den Grund gegangen, wie sich das schließlich nun mal für richtige Dokumentarfilmer gehört.

Kinderrat ein Thema

 

Zum Beispiel Glodia: „Wir haben eine Klasse beim Unterricht aufgenommen und ein paar Kinder interviewt.“ Der Kinderrat und die Willkommensgruppe wurden auch zu Themen. Wobei Renate Krickel als halbwegs neutrale Beobachterin des Ganzen vor allem an eine Einzelheit erinnert: „Diese Kinder waren überraschend ausdrucksfähig.“

 

Die multikulturell zusammengesetzte Truppe aus der Kupferstadt hat aber nicht nur einen Film über das Leben auf den Fluren, in den Räumen und auf dem Hof gedreht – und das so weit, dass Charlotte Krickel mit Blick auf die vor ihr liegende, gewiss nicht geringe Arbeit sagt: „Jetzt muss ich nur noch schneiden.“

Denn die fünf Jungen und Mädchen können jetzt nicht nur Fragen so stellen, dass dabei verwertbare Antworten. Sie können jetzt nicht nur eine Kamera bedienen, sondern wissen auch, wie und warum dieses Gerät zoomt, welche Perspektiven darauf eingestellt werden können und was für eine Wirkung dem Zuschauer dadurch vermittelt wird. Und das ist für Grundschüler alles Andere als eine kleine Sache.

 

Den offenen Ganztagsbereich und die Spielecken haben wir uns auch angesehen.

Sükran, Schülerin aus dem Filmteam

Judo Crashkurs mit den Profis: Judowoche in Grundschulen
12.11.2014
Ein Judo-Crashkurs mit den Profis: Judow[...]
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Frauen müssen aktiver werden
20. Mai 2014
„Frauen müssen aktiver werden“.pdf
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Ein gutes Ergebnis für die Stolberger Grundschulen
01.10.2013
Ein „gutes Ergebnis“ für die Stolberger[...]
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24. Schüler-Theater-Festival: Kinder ernten Applaus
14.06.2013
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